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Kann man die BahnCard steuerlich absetzen?

Die jährlich anfallenden Kosten für eine BahnCard können steuerlich geltend gemacht werden. Verbraucher können somit die individuelle BahnCard steuerlich absetzen. Grundvoraussetzung dafür ist allerdings, dass die Karte selber finanziert und zu Dienstfahrten oder zur Anfahrt zur Arbeitsstelle genutzt wird. Außerdem sollten die auf diesem Weg erzielten Ersparnisse die Kosten der BahnCard übersteigen. Die Summe der regulären Ticketpreise für die betreffende Fahrtstrecke sollte deshalb kostenintensiver sein, als die monatlichen Gebühren für die rabattierte Karte. Die Anschaffung der jeweiligen BahnCard muss sich also amortisieren. Die BahnCard darf in diesen Fällen auch privat verwendet werden.

BahnCard als Werbungskosten absetzen

Sind diese Bedingungen erfüllt, können Steuerzahler die BahnCard im Zuge der individuellen Einkommenssteuererklärung als Werbungskosten absetzen. Gemäß dem Finanzgericht Baden-Württemberg können die zu entrichtenden Kosten für eine BahnCard gänzlich als Werbungskosten verrechnet werden. Dieses Urteil ist an kein zeitliches Intervall der Laufzeit der Karte gebunden. Steuerzahler, die die BahnCard im Dezember erworben haben, können demnach auch für dieses kurze Zeitfenster steuerliche Abzüge einfordern. Entwertete Fahrkarten werden als steuerliche Belege vom Finanzamt anerkannt und sind sorgsam zu verwahren.

Subventionen durch den Arbeitgeber

Subventioniert der Arbeitgeber die BahnCard durch Zuzahlungen, sind diese explizit zu beziffern und vom Gesamtbetrag abzuziehen. Die BahnCard steuerlich absetzen, ist auch in diesem Rahmen unkompliziert.

Wird die BahnCard durch den Arbeitgeber zur Verfügung gestellt, gilt es primär festzustellen, ob die BahnCard einen geldwerten Vorteil für den Arbeitnehmer darstellt und daher zu versteuern ist. Auch die Geltendmachung der Kosten für eine rabattierte Dauerfahrkarte im Falle von Familienheimfahrten bei doppelter Haushaltsführung ist zu berücksichtigen.

Auch bei BahnCard 100?

Im Rahmen dieser Fahrten, die oftmals Langstrecken entsprechen, kann beispielsweise der Gebrauch einer BahnCard 100 sinnvoll sein. Eine doppelte Haushaltsführung kann in der Regel nicht auf den 1. 1. datiert werden, sondern beginnt meist im Verlauf eines Kalenderjahres. Entsprechend erfolgt der Erwerb der Karte während des laufenden Jahres. Der Zeitpunkt des Werbekostenabzugs ist von dem Datum der Zahlung abhängig. Die rechtliche Grundlage hierfür bildet das sogenannte Abflussprinzip (§ 11 Abs. 2 EStG).

Folgendes fiktives Beispiel dient zur Veranschaulichung:

Ein Arbeitnehmer unterhält seit dem 1.12.2016 einen doppelten Haushalt. Das Datum ist mit dem Erwerb einer BahnCard 100 zum Preis von 4090 € gleichzusetzen. Diese soll für Familienheimfahrten 2016 sowie 2017 eingesetzt werden. Gemäß dem Abflussprinzip kann der betreffende Arbeitnehmer den Gesamtbetrag von 4090 € für das Jahr 2016 steuerlich geltend machen. Für das Folgejahr entstehen erst beim Erwerb einer neuen rabattierten Dauerkarte im Dezember 2017 neue Aufwendungen. Lediglich zu diesem Zeitpunkt können die Kosten steuerlich abgesetzt werden.

Übernimmt der Arbeitgeber die anfallenden Kosten für die Karte, um dem Arbeitgeber einmal wöchentlich eine Familienheimfahrt zu ermöglichen, ist dies lohnsteuerfrei. Die Kostenübernahme anlässlich der doppelten Haushaltsführung stellt in diesem Fall keinen steuerpflichtigen Arbeitslohn dar. Betroffene können deshalb keine Familienfahrten steuerlich als Werbungskosten absetzen.

 

*Alle Angaben ohne Gewähr – Stand 24.12.2017 – Quelle: www.bahn.de*

Tags : BahnCardSteuerVorteil
    Moritz

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