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Unterwegs arbeiten – Pro und Contra

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    Ist mobiles Arbeiten wirklich besser?

    Auf meinen Reisen stelle ich mir immer wieder diese eine Frage „ist mobiles Arbeiten wirklich besser?“ und habe nach und nach eine etwas reflektiertere Antwort darauf…. JA für mich – Jain für andere.
    Wie ich zu dieser Erkenntnis gekommen bin, möchte ich euch in diesem Blog-Beitrag näher bringen.


    Welche Vorteile bringt das mobile Arbeiten?

    Ich möchte den Blick zunächst einmal auf die positiven Seiten des mobilen Arbeitens lenken.

    Pro-Argument 1 – Es wird sowieso alles mobil Abrufbar

    Die Office-Welt – egal ob lokal oder mobil – wandelt sich so oder so immer weiter in Richtung „Digital“.
    Viele Firmen sind bereits auf das papierlose Büro umgestiegen, mehr oder weniger radikal aber früher oder später werden fast alle Unternehmen die Vorteile der papierlosen Kommunikation entdecken.
    Wir schreiben heutzutage Mails und keine Briefe, Skypen anstatt zu Telefonieren, schreiben intern in WhatsApp-Gruppen anstatt Meetings abzuhalten und holen uns einfach den Bildschirm des Kollegen via TeamViewer auf den eigenen Screen anstatt „schnell mal rüber zu gehen“.

    Da stell ich mir als digitaler Nomade natürlich immer häufiger die Frage: „Der Ort von dem operiert wird, ist doch dann eigentlich nichtmehr relevant, oder?“.

    Pro-Argument 2 – Technische Begebenheiten

    Selbst im digital sehr schlecht entwickelten Wirtschaftsstandort Deutschland wird es immer einfacher einen funktionierenden WLAN-Hotspot oder genug LTE-Empfang für den Handyhotspot zu finden.
    Vielleicht hierzu eine kleine Geschichte aus dem Alltag. Ich habe vor kurzem einen ganzen Tag lang meine Internet-Verfügbarkeit um mich herum notiert.

    • Start in meiner Wohnung Hamburg morgens um 06:30 Uhr – Eigenes WLAN @ Home
    • Auf dem Weg zum Airport im Taxi per iPhone-Hotspot mit solidem LTE
    • Während der Sicherheitskontrolle-Warteschlange (ja die gibts auch bei Priority-Boarding 🙂 ) kostenloses WiFi vom Hamburger Airport
    • Während der Wartezeit zum Flug – kostenfreies (sehr schnelles!) WLAN in der Senatorlounge der Lufthansa
    • Während des Fluges nach München – WLAN im Flieger zu geringen Gebühren
    • Nach der Landung erneut sehr gutes WLAN im der Senatorlounge der Lufthansa in München
    • In der S-Bahn vom Airport in die City – iPhone-Hotspot mit solidem LTE
    • Beim Kunden – Kostenloses WLAN in seinen Büroräumen
    • Nach dem Kundengespräch im ICE nach Frankfurt – gutes WLAN (ja mit Unterbrechungen…aber die werden immer seltener!)
    • Im Hilton Frankfurt Airport – kostenloses Priority-WLAN durch die Hilton Honors Diamond Mitgliedschaft

    Wie ihr seht war ich eigentlich fast den ganzen Tag irgendwie online – vielleicht nicht mit Streaming-Qualität aber immer mit genug „Druck“ auf der Leitung um meine Emails zu checken, meine Cloud-Services zu synchronisieren und meine Online-Software zu bedienen. Alles Dinge, die ich auch im Home-Office oder in einem festen Office hätte erledigen können.

    Darüber hinaus kommt natürlich auch noch die Möglichkeit in jeder deutschen Großstadt einen mobilen Workspace zu mieten und von dort aus zu arbeiten. Das macht es oft noch wesentlich leichter einen soliden Arbeitsplatz zu finden – aber dazu nächste Woche mehr:)

    Pro-Argument 3 – Weniger „BlaBla“ und mehr Netzwerken

    Wer kennt nicht den Kaffeklatsch, die Zigarettenpause oder die gute alte „Ich steh vor dem Kopierer“ Zeit? Alles „BlaBla“ und sinnlose Zeitverschwendung aus der Sicht eines digitalen Nomaden. Beim mobilen Arbeiten reduziert sich diese Zeit auf ein Minimum. Somit werde ich nach und nach immer produktiver. Ich habe mehr Zeit mich auf die wichtigen Dinge des Jobs zu fokussieren und „schaffe mehr weg“. Meetings werden knackig per Skype abgehalten und nicht aufwändig abgestimmt und in ein Kaffekränzchen verwandelt und das schnelle effiziente Zusammenarbeiten immer weiter ausgebaut.
    Dies hat allerdings auch einen kleinen Beigeschmack den ich euch in den Contra Argumenten aufzeigen möchte.

    Darüber hinaus kann ich aus eigener Erfahrung sagen, dass jemand der viel rum kommt natürlich auch ein größeres externes Netzwerk aufbaut. Durch meine Reisen lerne ich sowohl unterwegs als auch bei meinen Kunden vor Ort immer wieder neue Leute kennen die eigentlich garnicht auf meinem Schedule standen. Sei es der Geschäftsmann aus der Bahn, die Entrepreneurin in der Flughafenlounge oder das nette Empfangsteam bei meinem Kunden – jeder Kontakt zählt bei einem Netzwerker und digitalen Nomaden. Von den tollen Abendveranstaltungen, auf die ich dank meiner Flexibilität überall gehen kann, möchte ich hier garnicht anfangen.


    Welche Nachteile bringt das mobile Arbeiten?

    Natürlich hat das ganze auch irgendwie Nachteile – hätte es keine dann hätte ich mit Sicherheit nicht so lange darüber nachgedacht 😀

    Contra-Argument 1 – Keine Arme (WLAN) keine Kekse (Arbeit)

    Fällt das WLAN weg ist das mobile Arbeiten eigentlich in 90% der Fälle over….. ich zeige euch aber in Kürze in einem anderen Blogbeitrag noch ein paar Tipps die ich auch immer wieder benutze um doch noch was erledigen zu können:)

    Contra-Argument 2 – Internes Netzwerk / Teambuilding

    Ja ich gebe zu…die Mensch-zu-Mensch Beziehung verliert auf einer rein digitalen Basis immer mehr an Wert. Das merke ich auch immer wieder wenn ich mal länger nicht physisch vor Ort war bei meinen Kollegen in München. Daraus resultiert nach einer kurzen Zeit für mich immer wieder direkter Aufwand weil ich Dinge zwei mal erklären muss und nicht einfach mit Gesten zeigen kann was ich meine. Manchmal würde ich sogar sagen, dass ein kleiner „Kontrollverlust“ durch die Nicht-Präsenz entsteht.

    Auch die Kaffepausen mit ein bisschen „geklöne“ fallen natürlich weg und ich bin meistens auch nicht wirklich im Bilde über den aktuellen Tratsch innerhalb der Firma. Deshalb ist es für mich schon noch sehr wichtig ab und an persönlich vor Ort zu sein um mein internes Netzwerk nicht komplett zu verlieren.

    Contra-Argument 3 – Arbeitszeit = Reisezeit = Arbeitszeit

    Egal ob Bahn, Flug, Bus, Taxi oder oder…. irgendwann wird die Reise eben mal langweilig wenn du nichts tust… und meistens tust du dann eine Sache um die Langeweile zu vernichten…. bei mir ist das Arbeiten. 😀

    Es ist wirklich schwierig für mich einfach mal das MacBook zu zu klappen und nichts zu tun wenn ich z.B. in der Bahn sitze. „Wieso auch“ denke ich mir dann immer. Du bist wach, es gibt WLAN und du stehst ja irgendwie genau für diesen Moment ein, als digitaler Nomade. Ich nutzte also eigentlich ständig und überall jede Chance um noch einen TODO-Punkt von der Wunderlist zu erledigen, meine Mails zu checken, neue Ideen runterzuschreiben oder oder oder. Das kann manchmal auch zum Verhängnis werden und ich arbeite immer mehr daran nicht jederzeit zu arbeiten. Ist aber nicht so leicht – leider.


    Fazit

    Für mich persönlich lohnt es sich mobil zu arbeiten. Ich reise sehr gerne, hab mir die nötige Travelware, Hardware und Software besorgt und bin deshalb in der Lage von jedem Ort der Welt zu arbeiten. Darüber hinaus versuche ich durch regelmäßige Besuche bei meinen Kunden. Vor allem aber auch bei meinen Kollegen die soziale Komponente nicht hintenüber fallen zu lassen und sorge somit für meine persönliche Mobil-Local-Balance. Natürlich ist das eine absolut einseitige Betrachtung und es mag für andere Menschen ganz anders sein. Ich denke jedoch das ich mit meiner Herangehensweise in vielen Punkten die Denke anderer digitalen Nomaden treffe. Ich kann mir nichts besseres Vorstellen als mobil zu arbeiten und freue mich jeden Morgen auf einen neuen Tag auf reisen. Solange sich das nicht ändert bleibe ich dabei:)

    Vielen Dank für eure Lesezeit und bis nächste Woche,
    euer Deutschland-Nomade

      Moritz

      The author Moritz